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< Keltensiedlung und Steinzeitgräber in Engen-Anselfingen (Kreis Konstanz) entdeckt
17.05.2010 13:46 Alter: 7 yrs
Kategorie: Sonstiges

Nicht nur Uhren, Schokolade und Käsefondue - Eine Reise zu Kelten und Römern in die Schweiz

Ein Reisebericht unseres Mitglieds Dr. Barbara Kaiser zur Jahresexkursion vom 13. – 16. Mai 2010 in die Schweizer Seenregion um Neuenburg


Reiseleiter Dr. Jörg Heiligmann (ganz re.) erläutert das Stadtmodell von Augst Foto: Dr. G. Seitz, Universität Freiburg

Mit Reiseleiter Dr. Jörg Heiligmann (ganz links) und dem damaligen Leiter der kantonalen Denkmalpflege Prof. Dr. Claus Wolf (5. von li.) vor der restaurierten Mauer des Mont Yully Foto: Dr. R. Ludwig / Dr. G. Seitz, Museum Heidelberg / Universität Freiburg

Schon auf der Fahrt zu unserem Standort Neuchâtel führte Dr. Heiligmann , der die Reise auch leitete, durch Augusta Raurica. Das heutige Augst, ein Freilichtmuseum mit über 20 Fundstellen, beeindruckt durch die Weitläufigkeit der Anlage. Dazu kommt das „Römerhaus“, eine der ersten Rekonstruktionen eines römischen Wohn- und Handelshauses. Das benachbarte „Römermuseum“ mit zahlreichen Funden aus dem Gebiet der Colonia Augusta Raurica  besticht alleine schon durch die Präsentation des vielteiligen Silberschatzes. Was vor fast 50 Jahren im Zuge von Bauarbeiten u.a. als schmutzige „Blechscheiben“ zutage gefördert wurde, entpuppte sich bald als Teil eines bedeutenden Prunkservices.

So bescheiden die schriftlichen Quellen  zu Augusta Raurica bis heute sind, so zahlreich und oft überraschend sind die materiellen Hinterlassenschaften. Dasselbe Bild präsentierte sich uns auch im Bezug auf die herrschaftlichen Villenanlagen von Orbe und Vallon,  die wir im Laufe unserer Reise besichtigten. So zeigte uns Prof. Dr. Claus Wolf in Vallon u.a. ein fast 100 qm großes Mosaik mit Darstellungen einer Venatio. Ja sogar die Götterstatuetten und die Möblierung des Larariums  der Villa konnten rekonstruiert werden.

Prof. Wolf war es auch, der die Wall- und Befestigungsanlagen des keltischen Oppidums auf dem Mont Vully erläuterte.

Orbe und Vallon lagen jeweils an der Verbindungsstraße von Avenches nach Yverdon und entstanden quasi im Umfeld von Aventicum, dem  Hauptort der Helvetier. Dr. Anne de Pury-Gissel zeigte uns nicht nur durch die wichtigsten öffentlichen Gebäude des römischen Aventicum, sondern ging auch auf die Bestimmung der Goldbüste im dortigen Museum als Marc Aurel ein. Das 1936 gefundene Original befindet sich übrigens heute gut gesichert in einem Berner Tresor, während die Kopie davon im Museum ausgestellt ist.

Überhaupt die Museen: Während unserer 4-tägigen Exkursion begegneten wir unterschiedlichen Konzepten, Ideen und Umsetzungen: Das Vindonissa Museum in Brugg- ein Jugendstilbau aus einem Guß, durch den uns René Hänggi als Hausherr führte. Das Latènium in Neuchatel, ein Museum für„Menschen von 4 bis 104“, das den Besucher auf eine Zeitreise zu seinen Ursprüngen fast spielerisch mitnimmt. Schloß Yverdon mit Schiffsfunden aus spätrömischer Zeit. Und abseits der archäologischen Pfade, aber nicht minder inspirierend, Renzo Pianos wellenförmiger Bau für das Berner „Zentrum Paul Klee“ .

Eine Menge an Eindrücken und  immer guten  Führungen, die uns die Region auf beiden Seiten des „Röschtigrabens“ in vielen Facetten näherbrachten, führen uns nach dieser Reise zu dem Schluß: wir kommen gerne wieder!