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< 7. Tag der Archäologie in Mannheim
05.06.2011 13:23 Alter: 6 yrs
Kategorie: Sonstiges
Von: Dr. Michael Gimber

Römische Badekultur - Heilbäder und Kurorte links und rechts des Rheines

Ein Bericht über die Studienreise des Alemannischen Instituts e.V. und des Förderkreises für Archäologie in Baden e.V. vom 2. bis 4. Juni 2011 von Dr. Michael Gimber aus Karlsruhe


Ursprünglich sollte die Studienreise bereits im Jahr 2010 stattfinden, wurde dann aber mit etwas erweitertem Programm und längerer Vorankündigungszeit erst im Jahr 2011 durchgeführt. Alle Teilnehmenden waren sich von Anfang an bewusst, dass zu diesem Thema, in dieser Umfänglichkeit und mit dieser kenntnisreichen Leitung in absehbarer Zeit wohl keine Exkursion mehr angeboten werden würde.

So begannen wir in Freiburg voller Erwartung unsere Fahrt. Unser erstes Ziel war Baden-Baden, das römische Aquae Aureliae. Am dortigen Bahnhof, heute Baden-Baden, früher Baden-Oos, nahmen wir weitere Exkursionsteilnehmer auf. Unsere Reisegruppe war damit vollständig. Wir wurden aufmerksam auf die Nachbildung eines Leugensteines, der in einer kleinen Grünanlage gegenüber dem Bahnhof steht und an die wichtige römische Straße erinnert, die, ungefähr im Verlauf der heutigen B 3, am östlichen Rand der Rheinebene von Süd nach Nord zog. Aquae Aureliae war Verwaltungszentrum einer Civitas (Gebietskörperschaft). Im Bereich der Gebietskörperschaft gaben die Leugensteine die Entfernung nach Aquae an. Im Verlauf unserer Reise ging Herr Prof. Nuber auch auf das römische Straßenwesen ein und erklärte uns die verschiedenen Straßenkategorien. Bei den Hauptverbindungsstraßen bzw.    -wegen ist wichtig, zwischen „via“ und „iter“ zu unterscheiden. Eine „via“ war im eigentlichen Sinne eine „Hauptverkehrsstraße“, die für den Schwerverkehr, z.B. Ochsengespanne oder den Tross von Militäreinheiten, ausgelegt war. Dafür wurde in der Mitte der „via“ eine breite, meist mit Steinen befestigte „Fahrbahn“ angelegt. Rechts und links dieser Fahrbahn verliefen Bankette, die sich in ihrer Beschaffenheit am ehesten mit heutigen Feldwegen vergleichen lassen. Diese waren für Reittiere - es gab noch keine Hufeisen - und Fußgänger vorgesehen. An der Außenseite der Bankette böschte der Straßendamm zur Entwässerung ab. Ein „iter“, wie z.B. explizit auf dem Offenburger Meilenstein aus dem Jahre 74 n. Chr. eine Straßenverbindung durch das Kinzigtal Richtung Osten genannt wird, war nicht für Schwerlastverkehr ausgelegt. Er verfügte zwar sicher über einen wetterfesten Unterbau, war aber aufgrund der natürlichen Beschaffenheit der zu durchquerenden Umgebung - meist durchzog er Gebirge - nur für Fußgänger und deren Begleittiere oder Militäreinheiten ohne Tross gangbar.             

Herr Prof. Nuber erläuterte nun das didaktische Ziel unserer Exkursion. Römische Heilbäder und Kurorte bestanden aus ganz bestimmten Komponenten, die sich in jedem dieser Orte in mehr oder weniger unterschiedlicher Ausprägung wiederholten. Um sich ein ungefähr vollständiges Bild eines römischen Bade- bzw. Kurortes machen zu können, ist es notwendig, mehrere dieser Orte aufzusuchen und zu studieren, da aufgrund unterschiedlicher Überlieferungs-, Erhaltungs- und Forschungsbedingungen keiner der Orte allein eine Gesamtschau über die damals üblichen Komponenten bietet.

Auf dem Weg ins Oostal hinein folgten wir in etwa der römischen Straßenverbindung, die von der römischen Fernstraße im Rheintal nach Aquae führte. An dieser Straße befand sich westlich von Aquae ein größeres Gräberfeld, das im Laufe der Zeit offensichtlich von der Oos unterspült wurde und dadurch sehr qualitätvolle Grabsteine in die Tiefe sanken. Dieser glückliche Umstand bewahrte sie vor Zerstörung und Umnutzung. Im Unterschied zu Badenweiler spielte in Baden-Baden von Anfang an, also seit flavischer Zeit (ca. 70 n. Chr.), das Militär eine wichtige Rolle. Der Kurort kann dem Umfeld des jenseits des Rheines gelegenen Legionslagers in Argentorate (Straßburg) zugerechnet werden. Unser eigentliches Ziel in Aquae war ein auf einer Hangterrasse gelegener großer Badekomplex unter und neben dem Friedrichsbad, bei dessen Bau ein nicht unwesentlicher Teil des römischen Badekomplexes, leider nur oberflächlich beobachtet, beseitigt wurde. Seit einigen Jahren sind die erhaltenen Baustrukturen sehr gut konserviert und museal erschlossen. Die Eingangssituation im Zugangsbereich einer Tiefgarage ist durch mit erläuternden Texten versehenen Glasflächen, integrierten Glasvitrinen mit Fundobjekten und Kopien von in Aquae gefundenen römischen Steindenkmälern museumsdidaktisch bestens aufbereitet. Wir hatten das Glück, von Frau Dr. Petra Mayer-Reppert sehr anschaulich und um-fassend durch diesen archäologischen Schauplatz geführt zu werden. Bei dem Badekomplex handelt es sich nicht um Thermae, die vor allem Heil- und Kurzwecken dienten, sondern um ein Balineum, also um ein Bad, bei dem der Aspekt der Reinigung im Vordergrund stand. Ein rekonstruierendes 3D-Modell  und die fundierten Erläuterungen von Frau Dr. Mayer-Reppert ließen die Anlage vor unseren Augen wieder erstehen und lebendig werden. Unter anderem sahen wir eines der am besten erhaltenen gewölbten Oberteile eines Heizraumes (praefurnium). Uns wurde bewusst, dass die großen und vor allem auch hohen Räume nicht nur durch Unterboden- und Wandheizungen, sondern vor allem auch durch das heiße Thermalwasser selbst beheizt wurden. Darüber hinaus waren Fenster der Räume so ausgerichtet, dass auch die Sonneneinstrahlung zur Erwärmung beitragen konnte. Wasserzufuhr und -ableitung waren bestens überlegt. Zum Balineum gehörte auch ein wohl gärtnerisch gestalteter Außenbereich. Wir setzten unseren Rundgang mit einer Besichtigung des Eingangsbereiches und von Gesellschaftsräumen des Friedrichsbades fort und bekamen so eine teilweise Vorstellung von der an historischen Vorbildern ausgerichteten Innengestaltung eines großen Badegebäudes der Belle Epoque. Wir vermuteten, dass sich das gesellschaftliche Leben in einem Heil- und Kurort über die Jahrhunderte hinweg durchaus vergleichen lässt. Danach gelangten wir über eine den Hang emporführende Treppe auf eine Hangterrasse oberhalb des Friedrichsbades und des Balineum, dem heutigen Marktplatz bei der Stiftskirche. Auf dieser oberen Terrasse haben wir aufgrund älterer Grabungen und Sondagen Thermae anzunehmen, deren Grundrisse zum Teil in der Pflasterung des Platzes gekennzeichnet sind und die wir uns ungefähr in der Art vorstellen dürfen, wie sie in Badenweiler bestens erhalten sind. Die Thermae entstanden zeitlich wohl etwas später als das Balineum. Auf diese Thermae nimmt eine bereits 1848 in deren Bereich gefundene Inschrift Bezug, die als Bauherrn einer renovierenden Baumaß-nahme Kaiser Marcus Aurelius Antoninus (Caracalla) nennt. Thermae und Balineum bestanden nahezu zeitgleich auf zwei übereinanderliegenden Hangterrassen und wurden aus dem gleichen Hangquellgrund mit heißem Thermalwasser gespeist. Östlich der Thermae gibt es in Fortsetzung der oberen Hangterrasse im Zusammenhang mit einer weiteren Quelle Hinweise auf einen Tempel oder Tempelbezirk, östlich des Balineum lässt sich im Bereich der unteren Hangterrasse aufgrund der Häufung dort gefundener Weihedenkmäler vielleicht ein heiliger Bezirk vermuten.

Unser nächstes Ziel war das am Fuße der Vogesen gelegene Niederbronn les Bains (Bad Niederbronn) im Elsass. Wir besuchten dort zunächst in der Rue des Romains, gegenüber dem Kloster der Niederbronner Schwestern, einen erst vor kurzem eingerichteten, mit einem Informationspavillon versehenen, archäologischen Schauplatz, der die vertikale Raumabfolge einer Badeanlage (balineum) zeigt. Eine im Typ vergleichbare Anlage in Zülpich kann uns eine Vorstellung von der nahezu quadratischen Gesamtanlage vermitteln, zu der ein offener, teilweise von einem überdeckten Säulengang (porticus) umgebener, Innenhof gehörte. Bei der Niederbronner Badeanlage kann am westlichen Ende der vertikalen Raumabfolge eine Latrine angenommen werden. Herr Prof. Nuber erläuterte, dass bei einer solchen Latrine nicht unbedingt eine Dauerspülung durch das Brauchwasser der Badeanlage anzunehmen sei. Eine sehr effektive Spülung sei auch durch eine in einer Art Spülkasten gesammelten Wassermenge möglich, die durch das Öffnen einer Ablaufvorrichtung wirkungsvoll und mit großer Spülkraft freigegeben werden könne. Große Heiterkeit riefen seine Ausführungen zu den bei einer Latrine in Rottenburg feststellbaren unterschiedlichen Abnutzungsspuren hervor.
Über die Avenue Foch erreichten wir das in geringer Entfernung östlich des Schau-platzes gelegene Casinogebäude von Bad Niederbronn. Unmittelbar vor dem Ge-bäude befindet sich, erläutert durch eine Tafel, ein gefasster Austritt der eigentlichen Thermalquelle des Ortes. In gallorömischer Zeit können wir in diesem Bereich mit größeren Thermen rechnen. Durch reguläre Grabungen gesicherte, aussagefähige Baustrukturen, sind nicht bekannt. Das heutige Thermalbad liegt nördlich des Casinos.

Anschließend besuchten wir das archäologische Museum (Maison de l´Archéologie des Vosges du Nord), das verschiedene Aspekte des gallorömischen Bad Niederbronn veranschaulicht. Auch hier wurde uns durch die jahrzehntelange didaktische Erfahrung von Herrn Prof. Nuber vieles erschlossen und in einen Gesamtzusammenhang gestellt, z.B. die Verwendung der sog. römischen Hand-quader, das sonst leicht übersehen, missverstanden oder nicht vollständig ver-standen wird. Anhand einer einzelnen, in Niederbronn gefundenen Säulenbasis, vermittelte er uns unvergesslich eine weitere wichtige Komponente, die wir für jeden römischen Kur- oder Badeort sicher annehmen können - einen oder mehrere ein-drucksvolle Tempel. Die Säulenbasis aus rotem Vogesensandstein war sorgfältig gedreht und aufgehend kanneliert. Wir maßen den Durchmesser und konnten aufgrund des Relationsverhältnisses eine Höhe von ca. 9 Metern errechnen. Es wurde uns klar, dass wir mit dieser Säulenbasis einen Beleg für einen monumentalen, mehrsäuligen Tempel vor uns hatten. Hochinteressant war eine Vitrine mit kleineren Weihegaben, die vermutlich im Bereich des Quelltopfes der Thermalquelle niedergelegt worden waren. Mit Weihgaben im Quellbereich dürfen wir an jedem Kur- bzw. Heilbad rechnen. Im Museum in Luxeuil sollten uns ebenfalls eindrucksvolle Zeugnisse für diese religiöse Komponente begegnen. Im Sammlungsbestand fiel auch ein kleineres Reliefbild aus Sandstein auf, das Diana und Apollo nebeneinander zeigte und uns zum ersten Mal auf unserer Studienreise einen Zusammenhang von Diana mit Gesundheit und Heilung vor Augen führte. Zahlreiche Altäre und Bildnisse von Merkur ließen uns die Bedeutung eines Merkurheiligtums auf einem Bergrücken oberhalb des Ortes erahnen.

Von Niederbronn fuhren wir weiter nach Épinal, das wir gegen Abend erreichten. Aufgrund der Größe unserer Gruppe, dem Bedarf an Einzelzimmern und einem zu dieser Zeit in Épinal stattfindenden Straßentheater-Festival konnten wir leider nicht in einem Hotel im Zentrum der Stadt untergebracht werden. So mussten wir etwas außerhalb im „Best Western“ Quartier nehmen.

Am nächsten Morgen erhielten wir im Rahmen einer Führung durch die Altstadt einen ersten Eindruck dieser kulturell und administrativ wichtigen, am Oberlauf der Mosel gelegenen, Stadt. Unsere einheimische Führerin, Hélène, brachte uns in ein kleines, aber äußerst informatives Stadtmuseum und erläuterte uns dort anhand eines eindrucksvollen Stadtmodells, das die spätmittelalterliche Stadt vor Augen führte, anschaulich die wechselvolle Geschichte von Épinal und seiner Einwohner. Unmittelbar neben dem Museum ist noch ein Stück der alten Stadtbefestigung mit einem der ursprünglich wohl 32 Türme, Resten der Stadtmauer und dem davorliegenden Graben erhalten. Hélène erklärte uns dort charmant, dass die Stadtmauer einen heute nicht mehr erhaltenen Wehrgang hatte, von dem die Wächter „herablauern“ konnten. Wir gingen zurück ins Zentrum der Altstadt zur dort gelegenen Basilika Saint-Maurice. Die eindrucksvolle Basilika wurde in frühgotischem Stil im 13. Jh. über Vorgängerbauten aus dem 10. und 11. Jh. erbaut. Ungewöhnlich sind die das gotische Kreuzschiff flankierenden romanischen Rundtürme. Besonders sehenswert an der Basilika ist das tiefe nördliche Eingangsportal, durch das die Gläubigen von der Rue des Bourgeois aus die Kirche betraten. Das Portal war in seiner ganzen Tiefe ursprünglich reich mit Relieffiguren, Halbrelieffiguren und Relieffriesen verziert. Diese Ausstattung wurde jedoch nahezu vollständig während der Französischen Revolution zerstört.

Unser Stadtrundgang endete am Musée départemental d´art ancien et contemporain, dem wichtigsten Museum Épinals und des Département des Vosges. Den Schwerpunkt der umfangreichen archäologischen Sammlungen bilden die Objekte der gallorömischen Epoche, von denen offensichtlich nur eine Auswahl in den zur Verfügung stehenden Ausstellungsräumen gezeigt werden kann. Leider nicht zu sehen sind z.B. wichtige Funde vom Heiligtum auf dem Gipfel des Donon, dem höchsten Berg der Mittelvogesen, der im Grenzgebiet dreier gallischer Stämme, der Triboker, der Leuker und der Mediomatriker liegt. Funde von diesem wichtigen Bergheiligtum sind zur Zeit nur im Archäologischen Museum in Straßburg zu sehen. Im Museum in Épinal sind die Beschreibung der Objekte der gallorömischen Epoche und die Museumsdidaktik eher dürftig. Eine Informationsbroschüre zur gallorömischen Abteilung gibt es leider nicht. Erneut war unsere Reisegruppe froh, dass uns Herr Prof. Nuber mit dem Blick für das Wesentliche die gallorömische Ausstellung erschloss und lebendig nahe brachte, z.B. die Jupitergigantensäule aus Portieux und eine Reihe wichtiger Grab- und Weihesteine, insbesondere aus Soulosse-sous-Saint-Élophe und Monthureux-sur-Saulx. Mehrere Grabsteine, vor allem des 2. Jh. n. Chr., zeigten im Halbrelief, leicht einander zugewandt, jeweils ein Ehepaar in der für die Nordwestprovinzen des Römischen Reiches typischen Kleidung. Die prall gefüllte Geldbörse, die jeweils der Ehemann hält, sollte offensichtlich Zeugnis vom gemeinsam erreichten Wohlstand ablegen. Die Gemeinsamkeit dieses Wohlstandes wird auch dadurch betont, dass aus der Fingerhaltung der Ehefrau ersichtlich wird, dass sie, heute würde man sagen, das Controlling, ausübt. Hochinteressant und äußerst selten war ein in sitzender Haltung dargestelltes Götterpaar aus dem 1. Jh. n. Chr., das in sich gallische Glaubensvorstellungen und bereits vollkommen römische Steinmetz- bzw. Bildhauertechnik vereint. Spuren auf dem Kopf der männlichen Gottheit legen nahe, dass dort ursprünglich ein Hirschgeweih befestigt gewesen sein könnte und die Gottheit somit als Cernunnos, der mit Natur und Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht wird, angesprochen werden könnte. Seine Kultgefährtin könnte als Sirona, die in Zusammenhang mit Quellen, Fruchtbarkeit und Heilung zu sehen ist, gedeutet werden.

Der Vorgang der Romanisierung lässt sich beispielhaft in der Grabinschrift für eine Frau fassen, die, erkennbar an ihren drei Namensbestandteilen (tria nomina), vielleicht auf dem Wege der Freilassung, das römische Bürgerrecht erlangt hatte, während ihr Vater noch einen rein gallischen Namen trägt und somit noch nicht römischer Bürger war. In einer Vitrine konnten wir einer der außergewöhnlichsten Funde aus Grand, dessen Besuch für den Nachmittag vorgesehen war, studieren. In den Jahren 1967 und 1968 wurden in einem der bisher in Grand aufgedeckten 307 Brunnen, dem Brunnen 77, vier zweiseitig angeordnete astrologische Tafeln aus Elfenbein gefunden, die anscheinend bewusst zerschlagen worden waren. Die Tafeln scheinen in der ägyptischen Tradition des Endes der Dynastie der Ptolemäer bzw. des Beginns der römischen Herrschaft in Ägypten zu stehen. Nur eine der zweiseitigen Tafeln befindet sich in Épinal. Die andere Tafel wird, und das unterstreicht ihren außergewöhnlichen wissenschaftlichen Wert, im Musée des Antiquités Nationales des Saint-Germain-en-Laye aufbewahrt bzw. gezeigt. Auch diese Tafeln sind ein Beleg für die orientalischen Einflüsse, die sich in Gallien, vor allem ab dem Ende des 2. Jh. n. Chr., ausbreiten.

Nach der Mittagspause wartete eine beeindruckende Fahrt durch „la France profonde“ nach Grand auf uns, die uns die topographische Lage dieses Ortes nach-vollziehbar verdeutlichte. Grand, heute ein Dorf mit nur noch ca. 500 Einwohnern, liegt  am westlichen Rand des Département Vosges weitab von Flüssen auf einem von Wäldern umgebenen Kalkplateau. Bereits in gallorömischer Zeit lag es nicht an wichtigen Straßenverbindungen. Die Anfänge dieses abgelegenen Heiligtums sind bereits in gallischer Zeit zu vermuten. Das Wasser des verkarsteten Plateaus sammelte sich über einer wasserundurchlässigen Schicht unterirdisch und erschien in Form eines kleinen Teichs, einer Art Karstquelle, wieder an der Oberfläche. Ihre Schüttung war von der Jahreszeit und der Niederschlagsmenge abhängig. Mitunter könnte der Quellteich völlig trocken gewesen sein. Diese geologische Besonderheit fiel sicher bereits den Galliern auf. Im Rahmen ihrer Naturreligion mit ihren mystischen Interpretationen könnte hier eine Verehrungsstätte ihres Wassergottes Grannus entstanden sein, den man auch als heilenden Gott ansah. Ab 70 n. Chr. entwickelte sich dort ein großes und überregional bedeutendes gallorömisches Pilgerheiligtum, in dem Grannus mit Apollo gleichgesetzt wurde. Offenbar wurde um den heiligen Quellteich ein Kreis mit einem Radius von 1.500 römischen Fuß geschlagen, um dadurch, in der Art eines Pomeriums, den heiligen Bezirk zu definieren. Diese runde Abgrenzung war wahrscheinlich in Form eines einfachen Grabens sichtbar. Heute verläuft auf dieser kreisförmigen Begrenzung der befestigte Umfassungsweg des Dorfes Grand, dessen Bezeichnung „Voie close“ an seine frühere Bestimmung erinnert. Die Luftaufnahme zeigt Grand als auffällige kreisförmige Fläche von etwa 880 m (3.000 römische Fuß) Durchmesser. Den zentralen Bereich des heiligen Bezirks umgab ein rechteckiger, 6 m breiter Säulengang, dessen Wände mit Marmor und Stuck geschmückt waren und dessen Boden mit geschliffenem Terrazzo gedeckt war. In dieser inneren Um-grenzung befand sich der heilige Quellteich, den man aus Respekt vor dem heiligen Charakter des Ortes naturbelassen hatte und der Tempel des Apollo-Grannus. Der prachtvoll ausgestattete Tempel wurde auf einem 3 m hohen Podium errichtet und hatte eine Grundfläche von 31 x 62 m. Ein bereits im Jahre 1935 gefundener Weihestein bezeugt mit der Inschrift „somno iussus“ die Praxis des Tempelschlafs der Pilger, die die Nacht im Innern des Heiligtums verbrachten und, wahrscheinlich nach vorausgehenden Reinigungs- und Wasserriten, in einem Traumzustand das Erscheinen des Gottes erwarteten. Durch den Säulengang gelangte man nahe dessen SW-Ecke in eine von außen angrenzende, als Basilika angelegte, Versammlungshalle des rechtlich wohl als vicus organisierten Ortes.         
Zunächst besichtigten wir den freigelegten und durch einen Schutzbau überdachten zentralen Teil dieses groß dimensionierten öffentlichen Gebäudes, dessen größter Teil sich heute noch unter der Erde befindet und das vermutlich als Ort für die Versammlungen gedient haben könnte, die für das Funktionieren des vicus und die Organisation des Heiligtums notwendig waren. Das Dach überspannt ein beeindruckendes Mosaik, dessen Ikonographie sich neben geometrischen, z.B. peltaförmigen Motiven in der Apsis, auf die Welt des Schauspiels, Theaters und Amphitheaters beziehen könnte. Es wurde 1883 von Félix Voulot, Kurator des Museums von Épinal, entdeckt und freigelegt. Mit 232 m² ist es eines der größten Mosaike im östlichen Gallien. Es könnte in der 2. Hälfte des 2. Jh. oder der 1. Hälfte des 3. Jh. n. Chr entstanden sein und zeigt, welcher Reichtum am Ort vorhanden gewesen sein muss. Der Münzumlauf im Umfeld des Heiligtums könnte durch das hohe Pilgeraufkommen durchaus gewisse Besonderheiten aufweisen. Erst kürzlich sind im französischen Münzhandel aus einer französischen Privatsammlung einige sehr schöne Mittel- und Großbronzen des 2. Viertels des 3. Jh. n. Chr. mit der Herkunftsangabe „Grand“ aufgetaucht. Darunter befand sich auch ein schon allein durch sein Gewicht von 44 g beeindruckender Doppelsesterz von Kaiser Decius (249 bis 251 n. Chr.). Vitrinen entlang der Wände des Schutzbaus lassen durch ver-schiedene Architektur- und Ausstattungsteile die reiche plastische Ausgestaltung des den Ort weithin sichtbar überragenden Apollo-Grannus-Tempels und des Säulenganges erahnen. Eine Vitrine zeigte uns anschaulich, aus welchen Provinzen des Imperiums 80 unterschiedliche Marmorarten für die bauliche Ausschmückung bezogen wurden. Ein anschließender Rundgang durch das Dorf machte uns auf die im Wege der Einrichtung des gallorömischen Heiligtums aufwändig angelegten begehbaren Wassertunnel aufmerksam, die bisher in einer Länge von 15 Kilometern bekannt sind. Sie hatten die Aufgabe, das von der Erdoberfläche durch den karstigen Untergrund abgesickerte, über der tiefer liegenden wasserundurchlässigen Schicht sich anstauende, Wasser zu sammeln und reguliert dem heiligen Quellteich zuzuführen. Außerdem sind bisher 307 Brunnen bekannt, die der Wasserversorgung des Ortes dienten. Unser Rundgang führte uns an der zentral gelegenen Dorfkirche vorbei, die der Märtyrerin St. Libaria geweiht ist. Sie könnte teilweise aus Steinen des Apollo-Grannus-Tempels erbaut sein. Seit 20 Jahren ist allerdings ihr baulicher Zustand so kritisch, dass sie für die Öffentlichkeit gesperrt werden musste. Der Grund dafür ist, dass direkt unter ihr unterirdische Wasserströmungen zusammenfliesen, zutage treten wollen und dadurch starke Bodenbewegungen verursachen. Zweifellos befand sich an genau dieser Stelle in gallorömischer Zeit der heilige Quellteich, der dann in christlicher Zeit, nachdem man ihn durch Baumaterial des niedergerissenen Heiligtums verfüllt hatte, durch eine Kirche überbaut wurde. Die Sicherung und der Erhalt der Kirche scheinen bislang weder technisch noch finanziell möglich. Auf unserem Weg an den östlichen Rand des Ortes überquerten wir eine durch eine Hinweistafel markierte Stelle, die gegen Endes des 3. oder Anfang des 4. Jh. n. Chr. durch ein monumentales Stadttor eingenommen wurde, das Teil einer aufwändigen, 1.760 m langen Stadt- bzw. Wehrmauer in unregelmäßiger sechseckiger Form mit 22 Rundtürmen und mehreren Toren war. Unmittelbar daneben war im Rahmen einer aktuellen archäologischen Untersuchung der Verlauf eines kleineren Teilstücks der Wehrmauer zu sehen. Später, bei unserer Abfahrt aus Grand, sollten wir am west-lichen Rand des Ortes noch das Fundament eines dieser Rundtürme und der an-schließenden Wehrmauer sehen. Unser Weg führte uns nun jedoch zum zweiten sichtbaren Höhepunkt von Grand und zugleich einer weiteren wichtigen Komponente von römischen Heilbädern und Kurorten, die uns an den bisher besuchten nicht augenscheinlich begegnete, gleichwohl aber angenommen werden muss - dem Theater bzw. dem Amphitheater. Es lag noch innerhalb des heiligen Bezirks und seine Längsachse war fast 150 m (500 römische Fuß) lang. Sein Fassungsvermögen von über 16.000 Zuschauern zeigt, wie viele Pilger sich zumindest zeitweise im Umfeld des Heiligtums aufhielten. Das Bauwerk wurde in halbovaler Form zunächst als Bühnentheater errichtet und später durch Verdoppelung der halbkreisförmigen Orchestra in eine Arena für Kampfdarbietungen umgebaut. In die elliptische Arena führten von Westen und Osten jeweils ein durch die gesamte Höhe des Bauwerks tief eingeschnittener Korridor, an dessen Seite sich Zellen (carceres) für Gladiatoren und Tiere befanden. Im letzten Viertel des 1. Jh. n. Chr. wurde bei der Erbauung vor allem Zweischalenmauerwerk mit opus caementitium verwendet, bei der aufwändigen Sanierung des westlichen Teils im ersten Viertel des 3. Jh. große Steinblöcke. Von dem im 4. Jh. aufgegebenen Bauwerk sind noch Teile der Schalenmauern mit opus caementitium und einige Arkaden erhalten. Bei der jüngsten Restaurierung wurden Zuschauertribünen aus Holz ein- bzw. angebaut. Ein kleines Museum oberhalb des in das Gelände teilweise eingetieften Bauwerkes gibt einen Gesamtüberblick über diese außergewöhnliche und hochinteressante archäologische Stätte, für die auch die Möglichkeit zweier Kaiserbesuche besteht. Es ist nicht auszuschließen, dass Kaiser Caracalla das Heiligtum aufsuchte, da der Historiker Cassius Dio (163 - 229 n. Chr.) von ihm berichtet, dass er während seiner Regierungszeit (211 - 217 n. Chr.) auf der Suche nach Heilung an Körper und Seele zu drei reichsweit bekannten (Pilger-)Heiligtümer reiste. Diese könnten der Apollo-Grannus-Tempel in Grannum(?) (Grand), der Tempel des Asklepios in Pergamon und der Tempel des Serapis in Alexandria und gewesen sein. Nach Grannum(?) könnte er im zeitlichen Umfeld seines Germanenfeldzugs im Jahre 213 gekommen sein. Ein besonderer Bezug zu Gallien ist bereits durch seine Geburt in Lugdunum (Lyon) im Jahre 188 zu vermuten. Grannum(?) war gallisch, auch wenn es verwaltungsmäßig zur Provinz Germania superior gehörte. Ein Besuch des Heiligtums in Grannum(?) muss nicht zwangsläufig einen möglichen Besuch des Apollo-Grannus-Tempels in Faimingen, ebenfalls im zeitlichen Umfeld seines Germanenfeldzugs, ausschließen. Um den „literarischen Drei- bzw. Gleichklang“ nicht zu stören, könnte Cassius Dio den Besuch eines zweiten Apollo-Grannus-Heiligtums einfach nicht erwähnt haben.

Spenden des Kaisers an das Heiligtum könnten maßgeblich zur Finanzierung des Mosaiks in der Basilika und zur Sanierung des westlichen Teils des Amphitheaters beigetragen haben. Im Jahre 309 besuchte Kaiser Constantinus I. auf einer Reise von Massilia (Marseille) über Lugdunum nach Augusta Treverorum (Trier) das Heiligtum, dessen Schönheit in diesem Zusammenhang gerühmt wird. Ob bereits in diesem Jahr der innere Bereich des heiligen Bezirks durch die Wehrmauer geschützt war oder deren Errichtung erst eine Folge des Besuches des Kaisers war, lässt sich gegenwärtig nicht sicher beantworten.   
Auf der Fahrt zurück in unser Hotel bei Épinal wirkten die vielen Eindrücke des Tages nach und waren beim gemeinsamen Abendessen Gesprächsthema.

Am nächsten Morgen fuhren wir in südlicher Richtung durch die Vogesen, um unser nächstes Ziel, Luxeuil-les-Bains, zu erreichen.

Plombières-les-Bains, das neben unserer Route lag und ursprünglich in unserem Reiseplan enthalten war, ließen wir entfallen, da die dort noch erhaltenen Spuren der römischen Thermen gegenwärtig nur den Badegästen eines heute an dieser Stelle betriebenen Thermalbades zugänglich sind.
Luxeuil-les-Bains, das gallorömische Luxovium, liegt ca. 50 km südlich von Épinal am westlichen Rand der Südvogesen. In der provinzialrömischen Forschung ist es vor allem auch als Produktionsort von Terra sigillata bekannt. Die Terra sigillata aus Luxeuil ist in die erste Hälfte des 2. Jh. n. Chr. zu datieren. Ihr Hauptverbreitungs-gebiet ist der südliche Bereich der Provinz Germania superior. In der östlich an-schließenden Provinz Raetia tritt sie deutlich seltener auf. In Lehen bei Freiburg ist schon seit längerer Zeit eine kleine Terra-sigillata-Manufaktur zu lokalisieren, deren Formschüsseln üblicherweise durch die rückläufig zu lesende Namenssigle des Töpfermeisters A. Giamilus gekennzeichnet sind. Das von ihm verwendete Punzen-repertoire weist enge Bezüge zur Terra-sigillata-Manufaktur in Luxeuil auf, wo er zuvor tätig gewesen sein könnte. Seine Ware, auf die 1989 Herr Prof. Nuber in Heft 42 der Archäologischen Nachrichten aus Baden näher einging, ist aus stilistischen Gründen ebenfalls in die erste Hälfte des 2. Jh. zu datieren. Sie ist vor allem im Oberrhein- und mittleren Neckargebiet nachzuweisen.

Unser erster Besichtigungspunkt in Luxeuil war der oberhalb des heutigen Friedhofs gelegene Bereich der Terra sigillata-Manufaktur. Eine Mitarbeiterin des Office de Tourisme öffnete uns den dort über einer Ofengruppe errichteten Schutzbau.

Bereits im Jahre 1881 führten Erdarbeiten südlich des städtischen Krankenhauses zur Entdeckung einer Formschüssel für Terra sigillata-Herstellung, die Anlass zur Vermutung gab, dass in diesem Areal ein Töpferatelier existierte. Von 1978 bis 1988 fanden durch die Groupe de Recherches Archéologiques de Luxeuil (G.R.A.L.), die ausschließlich aus Freiwilligen besteht, Sondagen und Grabungen statt. 1980 konnte der erste römische Ofen lokalisiert werden. Von 1980 bis 1987 wurden insgesamt 10 Öfen freigelegt, die aufgrund ihrer Eintiefung in den im Bereich des Fundplatzes anstehenden Sandstein nahezu alle in einem außergewöhnlich guten Erhaltungszustand waren. Ein zentraler Befeuerungsplatz, der ebenfalls in den Sandstein eingetieft ist, öffnet sich auf sieben Öfen. Am besten erhalten ist ein Rundofen für Sigillata-Produktion, der weniger als 20 cm unter der heutigen Erdoberfläche entdeckt wurde. Seine Lochtenne, auf der die zu brennende Ware aufgestapelt wurde, ist vollständig erhalten. Die Heizgase wurden in ineinandergesteckten Tonrohren durch die Brennkammer und das dort in mehreren Etagen aufgestapelte Brenngut zur oberen Abdeckung des Ofens geführt, damit die empfindlichen engobierten Gefäßoberflächen nicht durch Ruß, Asche oder Holzkohle beeinträchtigt wurden. Oben wurde der Ofen in der Regel durch Ziegel um die Tonröhren herum geschlossen. Der eigentliche Brennvorgang spielte sich bei einer Temperatur von 950 bis 1.000 °C ab. Während des Brennvorganges oxidierten die in der Engobe vorhandenen Eisenanteile und gaben so der Terra sigillata ihren unverwechselbaren rotglänzenden Überzug. 1988 wurde die gallorömische Ofengruppe als „monument historique“ eingestuft und damit ein wesentlicher Bestandteil des archäologischen Erbes von Luxeuil. Im März 1994 wurde ein dem Fundplatz angepasster Schutzbau realisiert, um die Öfen vor der Witterung und Vandalismus zu schützen. Eine im Schutzbau über der Ofengruppe hängende Besuchergalerie und eine didaktische Beschilderung ermöglichen in idealer Weise die Besichtigung des Fundplatzes.

Unser nächstes Ziel war der Bäderbezirk bzw. das historische Thermalbad, das im 18. Jh. durch den Architekten Claude Nicolas Ledoux in rotem Sandstein errichtet und bereits 1862 als „monument historique“ eingestuft wurde. Es liegt in einem kleinen Park nördlich des eigentlichen Stadtkerns. Wie viele andere Kurorte, erlebte das Thermalbad im 19. Jh. einen enormen Aufschwung, der unter anderem auch repräsentative Hotelbauten im Umfeld der Thermen nach sich zog. Unsere Gruppe bedauerte sehr, dass ein Hotelbau der Belle époque unmittelbar gegenüber der Therme nach einem Dachstuhlbrand vor einigen Jahren nicht restauriert, sondern seitdem offensichtlich dem Verfall preisgegeben wird. Ein etwas kleinerer Hotelbau mit maurischen bzw. orientalischen Stileinflüssen ist hingegen ein Beispiel für eine gelungene Sanierung und Anpassung an heutige Erfordernisse. Luxeuil befand sich gerade im 19. Jh. verständlicherweise in Konkurrenz mit anderen Thermalbädern Frankreichs. So war es den damaligen Honoratioren des Ortes hochwillkommen, als eine „römische“ Bauinschrift „auftauchte“, die Titus Labienus, den bedeutendsten Unterfeldherrn Cäsars im Gallischen Krieg, als Bauherrn eines Bades vor Ort nannte. So konnte für Luxovium die Würde, das älteste Bad in Gallien zu sein, beansprucht werden und die vom Bahnhof zum Bäderbezirk führende Straße wurde in „Avenue Labienus“ umbenannt. Obwohl die Bauinschrift dann aber als Fälschung entlarvt wurde, beließ man es bei der Straßenbenennung. Der Inschriftenstein ist inzwischen in eine Wand im Innern des historischen Thermalbades eingelassen. Unsere Begleiterin vom Office de Tourisme versuchte vergeblich, den Kurdirektor zu bewegen, zumindest Herrn Prof. Nuber und Frau Dr. Seitz Zugang zur Inschrift zu gewähren. Auf Bitten von Frau Dr. Seitz erbarmte sich schließlich eine Bademeisterin und machte mit der Kamera von Frau Dr. Seitz eine Aufnahme für die Universität Freiburg. Im Umfeld des historischen Thermalgebäudes sind verschiedene Mauerzüge der römischen Thermen bekannt. Zwei Weihinschriften nennen mit Luxovius und seiner Kultgefährtin Brixia die Gottheiten, von denen sich die Besucher der Quellen Heilung oder Erhalt der Gesundheit erhofften.

Wir gingen zurück in Richtung der Altstadt, die von Häusern der Gotik und der Renaissance geprägt wird und gelangten so zu dem in einem spätgotischen Stadt-palais eingerichteten Musée de la Tour des Échevins. Das Gebäude wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jh. erbaut und 1552 durch die Notablen der Stadt erworben, um kommunalen Aufgaben zu dienen. Es ist eines der ältesten Museen Frankreichs, dessen Einrichtung vom Stadtrat im Januar 1673 zur Aufbewahrung von auf dem Gebiet der  Gemeinde gefundener Altertümer beschlossen wurde. Das repräsentative Gebäude erhebt sich über vier Etagen, die durch ein seitlich an-geordnetes Treppenhaus erschlossen werden. 146 Stufen führen bis zum das Ge-bäude überragenden achteckigen Turm empor, der einen überwältigenden Blick über die Altstadt bietet.
Herr Prof. Nuber gab einen Überblick über den archäologischen Sammlungsbestand des Museums, der didaktisch nicht erschlossen ist. Er umfasst gallorömische Grab- und Weihesteine, vor allem des 1. und 2. Jh. n. Chr, Gebrauchskeramik und einige Beispiele der örtlichen Terra-sigillata-Produktion. Am wichtigsten für uns waren jedoch hölzerne Votivstelen, die in einer separaten Vitrine ausgestellt sind. Bereits 1865 wurden zahlreiche von ihnen in etwa 150 m Entfernung vom Thermenkomplex im feuchten Grund um eine Quelle herum gefunden. Leider sind nur noch wenige von ihnen erhalten. Die zeitliche Einordnung - gallisch oder gallorömisch - war zunächst nicht völlig klar. Heute scheint aufgrund dendrochronologischer Untersuchungen ihre Zuweisung zur gallorömischen Epoche sicher. Sie sollen in stilisierter Form anscheinend einen Menschen in seiner Gesamtheit symbolisieren. Es fällt auf, dass sich unter ihnen keine einzige, sog. anatomische Votivgabe, die einen Bezug zu einem ganz bestimmten Körperteil herstellt, finden lässt. Eine Vielzahl anatomischer Votivgaben ist z.B. von der Seinequelle bekannt. Es ist nicht sicher zu entscheiden, ob wir damit einen bestimmten lokalen Votivbrauch vor uns haben oder einen Hinweis darauf, dass die Quellen von Luxovium nicht nur von Kranken, die sich dort Heilung erhofften, aufgesucht wurden, sondern auch von gesunden Pilgern, die ihre Gesundheit von Luxovius und Brixia insgesamt erhalten wissen wollten.

Unser letzter Besichtigungspunkt in Luxeuil waren die gegenwärtigen archäo-logischen Grabungen auf dem Place de la Republique im Zentrum der Altstadt. Die Grabungen haben seit 2008 zwischen römischen Mauerzügen außergewöhnliche Spuren der Begräbniskirche Saint Martin zu Tage gefördert, deren Anfänge in merowingischer Zeit liegen. Die Entdeckung der Krypta des Heiligen Valbert, um-geben von zahlreichen, 2009 entdeckten, Sarkophagen, verliehen der Fundstätte unter Historikern einen internationalen Ruf. Die Konzentration von 125 Sarkophagen auf 625 m² mit Bestattungen vom 5. bis zum 9. Jh. geben der Fundstätte in Frankreich eine Einzigartigkeit und Seltenheit.

Nach der Mittagspause, die in Luxeuil jedem zur freien Verfügung stand, fuhren wir durch die Burgundische Pforte, vorbei an der ehemaligen Festungsstadt Belfort, unserem letzten Ziel entgegen - Badenweiler, dem römischen Aquae (Abnobae? oder Rauricorum?).

Seine Entstehung verdankt es einer heißen Thermalquelle, die im Zentrum des heutigen Ortes an einem nach Norden abfallenden Berghang in ca. 420 m Höhe entspringt. Die Quelle liegt im Bereich der Schwarzwaldrandverwerfung, einer Nord-Süd verlaufenden Störung, an der die Rheingrabenschollen gegen das Grundgebirge abgesetzt sind. Das Thermalwasser aus dem Grundgebirge wird an den Ton- und Mergelschichten des Keupers westlich der Störung gestaut und steigt in der Störung bis an die Oberfläche auf. Keltische Münzfunde belegen, dass die Quelle bereits in vorrömischer Zeit bekannt und genutzt wurde. In ihrem Bereich könnten erste römische Badehäuser entstanden sein, die mindestens so lange in Benutzung gewesen sein könnten, bis die im 2. Jh. n. Chr. über 100 m hangabwärts errichteten Thermen betriebsbereit waren. Mit einem geregelten Kur- und Badebetrieb größeren Umfanges kann allerdings erst ab etwa 100 n. Chr. gerechnet werden. Eine Vorstellung davon, wie der antike Bade- und Kurort bebaut und strukturiert war, wurde durch Ausgrabungen, geophysikalische Messungen und aus Einzelbeobachtungen gewonnen. Die Bebauung auf den Flächen mehrerer künstlich geschaffener Hangterrassen wurde durch ostwestlich orientierte Straßenzüge verbunden. Die Höhendifferenz von etwa 40 m innerhalb des Ortes wurde durch Treppen überwunden und erinnerte an das Aussehen italischer Hangstädte. Es lassen sich alle grundlegenden Funktionsbereiche, die ein römisches Heilbad kennzeichnen, nachweisen.

Unsere Ortsbesichtigung begannen wir bei der in den 1890er Jahren durch Josef Durm errichteten evangelischen Pauluskirche, die Teile des Chorraums der Vor-gängerkirche mit einem Totentanz des 15. Jh. mit einbezog. Nachdem wir uns mit der Vorhut einer eintreffenden Hochzeitsgesellschaft arrangiert hatten, erläuterten uns Frau Dr. Seitz und Herr Prof. Nuber  ihre innerhalb der letzten Jahre im Bereich der Kirche durchgeführten archäologischen Untersuchungen und die daraus von ihnen gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse. Bereits die Voruntersuchungen des Baugrundes um 1890 ergaben mächtige römische Mauern, die jahrhundertelang mindestens vier aufeinander folgenden Kirchen als Fundament gedient hatten. Das solide, überdurchschnittlich breite Mauerwerk, war mit mächtigen Quaderblöcken und Abdeckplatten aus Sandstein durchsetzt. Auf ausdrücklichen Wunsch des damaligen Landesherrn, Großherzog Friedrich I., sollte der vergrößerte Kirchenbau am gleichen Standort wie die Vorgängerkirche errichtet werden. Diesem fiel dann - heute ein in mehrfacher Hinsicht unersetzlicher Verlust - der allergrößte Teil des massiven Mauerwerks, dessen Bedeutung damals offensichtlich nicht erkannt wurde, zum Opfer. Immerhin wurden einige reliefierte Steine bzw. Architekturteile aufbewahrt. In der Folgezeit wurde von dieser Fundstelle wenig Notiz genommen. Neuere Grabungen 1994 östlich und 1998 innerhalb der Kirche ermöglichten eine Überprüfung der Altbefunde und brachten weit reichende zusätzliche Erkenntnisse. An dieser, den gesamten römischen Badeort überragenden Stelle, lösten sich in Folge drei große römische Bauwerke ab, von denen das dritte am besten zu beurteilen ist, da von seiner Bausubstanz aussagekräftige Teile erhalten blieben. Seine grundsätzliche Beurteilung trifft auch auf die beiden Vorgängerbauten zu, deren Funktion daher die gleiche gewesen sein dürfte. Es lässt sich, nach Osten auf den Austritt der warmen Quelle ausgerichtet, auf einer talseitig mindestens 4 m hohen Gebäudeplattform (podium), ein rechteckiger Baukörper mit einer viersäuligen Eingangsfront (tetrastylos) rekonstruieren, der auf Nord-, West- und Südseite von einem Säulengang (porticus) umgeben war, der vom eigentlichen Kernbau überragt wurde. Der repräsentative Kernbau von 28,4 m (96 römische Fuß) Länge und knapp 24 m (80 römische Fuß) Breite teilt sich in einen Vorraum (pronaos) von 7m auf 9,3 m und den eigentlichen Kultraum (cella) von 7 m Breite und 8,7 m Länge mit dort aufgestelltem Götterbild. Die Bauausführung ist bis in die untersten, also eigentlich nicht sichtbaren, Fundamentbereiche durch eine hervorragende Qualität gekennzeichnet. Es wird durchweg bestes Handquadermauerwerk aus hellem Sand- und Hauptrogenstein, aus dem auch die reliefierten Architekturteile gearbeitet sind, verwendet. Ge-gliederte Marmor- und Stuckgesimse, mehrfarbige Wandmalereien sowie schwarze und weiße Mosaiksteine zierten Decken, Wände und Böden. Der gesamte Bau wurde, ähnlich wie an den weiter unten am Hang gelegenen Thermen, an den drei zum Berg hin gelegenen Seiten, durch ein in den Randbereich des Unterbaus integriertes Drainagesystem von maximal 88 m Länge umfasst, um das im feuchten Untergrund sickernde Hangwasser aufzunehmen und abzuleiten, bevor es in das eigentliche Mauerwerk des Podiums einsickern und dieses destabilisieren konnte. Diese Vorrichtung existierte zu Zeiten des ersten Baus, eines schräg zum Hang orientierten Umgangstempels, noch nicht, was möglicherweise zu dessen Aufgabe gezwungen hatte. Die Fundamente der beiden Nachfolgebauten ruhten zudem auf einem Pfahlrost aus senkrecht eingerammten Eichenpfosten, um das gewaltige Ge-wicht des Bauwerks im schluffigen Mergelboden des Hanges zu verankern. Eine Serie von Dendrodaten, die an den Eichenpfosten gewonnen werden konnten, lieferte die Jahresringdatierung von 145 n. Chr. Es ist nicht auszuschließen, dass wir hier ein kaiserliches Bauprogramm unter Antoninus Pius (138 bis 161 n. Chr.) fassen können. Münzfunde belegen die Nutzungsdauer mindestens bis in severische Zeit (bis ca. 235 n. Chr.). Die hervorgehobene, den Ort „bekrönende“ Lage, die Bauqualität, die diejenige der Thermen übertrifft, der charakteristische Grundriss und die qualitätvolle Innenausstattung belegen einen Sakralbau besonderer Art: eine seltene Mischform von klassisch-italischem Podiumstempel mit nach Osten ausgerichteter Schaufassade und einheimischem gallorömischem Umgangstempel. Die im Tempel verehrte Gottheit ist bislang nicht zu belegen. Es sind weder die Bauinschrift, noch Votive oder Weihungen bekannt, die ihren Namen nennen. Naheliegend ist jedoch, an „Diana Abnoba“ zu denken, die am Ort mehrfach nachgewiesen ist und für die durch Marcus Sennius Fronto aufgrund seines vor Kurantritt abgelegten Gelübdes und wohl danach erfolgter Genesung eine nahezu lebensgroße Statue in den Thermen errichtet worden war. Wenn Diana Abnoba eine so wertvolle Gabe gewidmet wird, ist zu vermuten, dass dieser Göttin die Quelle und der darauf ausgerichtete Tempel geweiht waren.

Dem wissenschaftlichen Gespür von Frau Dr. Seitz ist es zu verdanken, dass bereits schon seit langem bekannte Architekturteile, die, über Jahrzehnte vergessen, entlang der heutigen Cassiopeia-Therme lagerten, einer genaueren Untersuchung unterzogen wurden. In Zusammenarbeit mit Frau Dr. Christine Ertel (Wien) gelang eine faszinierende Deutung der Fragmente, die einen Hinweis auf die architektonische Ge- staltung des Areals östlich des Tempels zur Quelle hin geben könnte. Die Architekturteile erwiesen sich als Bestandteile eines viertorigen Bogens (propylon), dessen Aufstellungsort sich vermutlich auf der gleichen Hangterrasse wie Quelle und Podiumstempel befand. Eventuell war er der eindrucksvolle Zugang zu einem Bereich, der in besonderer Weise die Quelle umgab, für die wir ebenfalls eine baulich gestaltete Fassung annehmen dürfen.

Nun gingen wir hinab zu den römischen Heilthermen, die im Kurpark unterhalb der Cassiopeia-Therme liegen und seit 2001 durch einen neuen lichten Schutzbau aus Stahl und Glas, der sich harmonisch in die Umgebung einfügt, überspannt werden.

Herr Prof. Nuber erläuterte uns abschnittsweise die verschiedenen Aspekte dieses einzigartigen Bauwerkes. Die didaktischen Tafeln im Eingangsbereich und im Innern des Schutzbaus sind gelungen und geben umfassende Auskünfte, führen jedoch durch die Darstellung römischer Soldaten auf den Eingangstafeln zunächst zu einer falschen Annahme. Die wohl eindrucksvollste Thermenanlage nördlich der Alpen ist nachweislich ohne Mitwirkung des römischen Militärs errichtet und betrieben worden. Dieser gravierende Unterschied zu den übrigen Heilbädern in Germanien (Aachen, Wiesbaden, Baden-Baden, Baden / Schweiz) lassen andere Urheber bzw. Unternehmer vermuten, vielleicht die Betreiber des örtlich nachgewiesenen (Silber-)Berg-baus. Dass die örtlichen Rohstoffvorkommen schon lange vor den Zeiten des Kurbetriebs bergmännisch gefördert wurden, beweist eine mächtige Schicht frischen Haldenmaterials, die den Thermen als solider, wasserundurchlässiger Baugrund diente.       

Auf ihre zufällige Entdeckung im Jahre 1784 folgte, da die Außergewöhnlichkeit der baulichen Überreste glücklicherweise erkannt wurde, ein vorbildhafter Umgang mit der antiken Bausubstanz. Die Anlage wurde vollständig freigelegt und das geborgene Fundgut gewissenhaft aufbewahrt. Danach wurde über ihr ein erstes Schutzdach errichtet. Der Thermenbau weist mehrere Bauphasen auf. Da in der ersten Bauphase die Therme keine beheizbaren Räume besaß, muss das Quellwasser damals heißer gewesen sein als heute und die Baderäume erwärmt haben. Ein begehbarer und auch von unserer Gruppe begangener, 1998 restaurierter Drainagekanal, der in den Unterbau integriert ist und das Bauwerk an den Hangseiten umfasst, leitete Hangwasser und auch das Abwasser der Thermen talabwärts. Das schwierige, stark durchfeuchtete Hanggelände führte wiederholt zu Bauschäden entlang der Nordfassade und in der Folge zu Mauerverstärkungen. Die Bäder sind mehrfach vergrößert worden, was auf ständig steigende Besucherzahlen schließen lässt. Die letzte große bauliche Erweiterung der Bäder könnte im 1. Drittel des 3. Jh. vorgenommen worden sein. Die Thermenanlage, deren Raumgefüge in West-Ost-Richtung knapp 100 m lang ist, ist im ganzen Römischen Reich bisher das einzige Heilbad, das von Grund auf als streng symmetrische Doppelanlage mit spiegelbildlich angeordneter Raumabfolge geplant wurde. Der Vorteil dieser Anlage war, dass Männer und Frauen, wie in der Antike üblich, getrennt voneinander, jedoch nicht nacheinander, sondern gleichzeitig baden konnten. Beidseitig standen im südlichen Teil der Anlage jeweils zwei große Becken mit ständig frisch zufließendem, heilkräftigem Thermalwasser zur Verfügung. Im nördlichen Teil befanden sich die üblichen Räume von Hygienebädern. In der Nähe der Eingangsbereiche, die sich im Westen und Osten befanden, waren Umkleide-, Massage- und Ruheräume vorhanden. In den sich westlich bzw. östlich anschließenden, teilweise überdachten Vorhöfen, sind jeweils entlang der Nordseite die mit Brauchwasser gespülten Latrinen zu suchen.
Die Praxen der Badeärzte bzw. des balneologischen Fachpersonals müssen im un-mittelbaren Umfeld gelegen haben. Geomagnetische Messungen haben z.B. westlich der Anlage Hinweise auf umfangreiche Baustrukturen mit großzügigem Raumangebot ergeben. Grundmauern einiger lang gestreckter Gebäude dicht unterhalb der Thermenanlage werden unterschiedlich gedeutet. Eine mehrfach unterteilte Gebäudegruppe lässt an eine Ladengalerie mit Gasthäusern denken, in deren Bereich jedoch, wie Fundstücke nahe legen, auch handwerkliche Arbeiten ausgeführt wurden. Ob so nahe an den Thermen, neueren Überlegungen zufolge, tatsächlich mit dem aus den Thermen abfließenden Brauchwasser mechanische Mahlwerke zur Zerkleinerung der oberhalb des Ortes anstehenden Silbererze betrieben wurden, dürfte nicht unwesentlich von der Geräuschentwicklung der Mahlwerke her zu beurteilen sein und ob der Bade- und Kurbetrieb ganzjährig durchgehend oder saisonal gestaltet war.

Die Wohngebiete der ortsansässigen Bevölkerung, die mit Betreuung und Bewirtung der Bade- und Kurgäste sicher einen erheblichen Teil ihres Lebensunterhaltes verdiente, sind offenbar im östlichen Bereich der Siedlung zu vermuten.  

Die Kur- und Badegäste, die teilweise wahrscheinlich einer reichen Oberschicht an-gehörten und zu einer zeitweise mondänen Atmosphäre beigetragen haben dürften, kamen wohl aus den Gutshöfen und kleineren Orten der nahen Rheintalebene und vor allem auch aus der nächsten größeren Stadt, der Colonia Augusta Raurica (Augst / Schweiz). Einzelne Fundstücke geben Hinweise auf das damalige, sinnenfrohe Badeleben. Auch die Komponente „Theater“, die wir so eindrucksvoll in Grand erlebten,  ist mit Sicherheit am Ort vorauszusetzen. Unter Abwägung der bisher durchgeführten geomagnetischen Messungen und der Topographie des Siedlungsgeländes, überraschte uns Frau Dr. Seitz abschließend mit einer hochinteressanten Hypothese: das Theater könnte mit hölzernen Sitzreihen temporär bzw. saisonal unmittelbar südlich des Thermengebäudes im aufsteigenden Hang eingebaut gewesen sein, wobei dann die repräsentativ gestaltete Südfassade der Thermen die Funktion der Bühnenwand (scenae frons) übernommen hätte.

Als wir zum letzten Mal unseren Bus bestiegen, der uns nun nach Müllheim und Freiburg zurückbringen sollte, kam bei aller Zufriedenheit dennoch ein Hauch von Wehmut auf. Hinter uns lagen faszinierende Tage, hochinteressant und lehrreich. Wir waren im Kreise Gleichgesinnter mit gleichen Interessen unterwegs. Wir waren didaktisch und fachlich hervorragend betreut. Wir hatten uns aneinander gewöhnt und in uns war das Gefühl, dass wir in gleicher Weise jetzt noch einige Tage mehr gemeinsam unterwegs sein könnten. Uns allen war bewusst, dass wir eine unver-gessliche Studienreise gemeinsam erlebt hatten, die den Wunsch danach weckt, er-neut gemeinsam aufzubrechen.