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26.09.2011 11:41 Alter: 6 yrs
Kategorie: Sonstiges

Über einen archäologischen Sensationsfund am Glauberg 1996

Jahrestagung 2011 in Offenburg mit spannenden Fachvorträgen


Grabhügel 1 und Museum der Keltenwelt am Glauberg (Foto: I. Balzer)

Turnusgemäß trafen wir uns dieses Jahr im südlichen Landesteil, in Offenburg. Mehr als 100 Mitglieder und nicht wenige interessierte Offenburger fanden sich am Samstag im Salmen ein.

Den Einführungsvortrag übernahm Dr. Bertram Jenisch, Referent für Mittelalterarchäologie beim Regierungspräsidium Freiburg, der schon den Stadtkataster von Offenburg verfasst hat. Er stellt die neuen Ergebnisse seiner großflächigen Ausgrabungen in Offenburg vor. Über die römische Besiedlung von Offenburg, die im Rahmen einer Magisterarbeit an der Abteilung für Provinzialrömische Archäologie der Universität Freiburg aufgearbeitet wird, berichtet Johann Schrempp. Die jüngeren Ausgrabungen in der Altstadt belegen, dass sich nach Abzug des Militärs eine ausgedehnte Siedlung (vicus) entlang einer zweiten Straßenverbindung, die die römischen Städte Colonia Augusta Raurica (Augst/CH) und die Provinzhauptstadt Mogontiacum (Mainz) miteinander verband entwickelte. Einen Einblick in die Lebenswelt der frühalamannischen Fürsten ab der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts gab der Freiburger Archäologe Dr. Michael Hoeper.

Nach der Mittagspause treffen sich die Mitglieder zunächst zur Mitgliederversammlung“. Der Versammlung folgt der Beitrag von Christiane Schmid M.A., die im Rahmen ihrer Dissertation die Wechselwirkung zwischen Mensch und Flusslandschaft und den daraus resultierenden archäologischen Hinterlassenschaften am Beispiel des Oberrheins während der Bronze- und Eisenzeit beleuchtet. Prof. Dr. Alexander Heising von der Provinzialrömischen Archäologie an Universität Freiburg informierte über die geplante Auswertung der in den 1990er Jahren in der römischen Straßensiedlung von Lahr-Dinglingen durchgeführten Ausgrabungen. Deren Ergebnisse sollen nicht zuletzt publikumswirksam auf der Lahrer Landesgartenschau 2018 in Form eines nach Originalbefunden rekonstruierten Römerhauses umgesetzt werden.

Der Höhepunkt des ersten Tages war der öffentliche Festvortrag von Dr. Ines Balzer. Frau Dr. Balzer war vor Ihrer Berufung an den Glauberg als ausgewiesene Keltenforscherin in Südbaden tätig und hat sich besonders durch ihre Arbeiten zur frühkeltischen Besiedlung des Münsterbergs in Breisach bekannt gemacht. Sie berichtete in ihrem Vortrag „Der Glauberg: Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft“ über einen archäologischen Sensationsfunde, der 1996 am Glauberg, etwa 30 km nordöstlich von Frankfurt gelegen, gemacht wurde: Der überregionalen Bedeutung des Fundortes entsprechend wurde vom Land Hessen das Vorhaben „Keltenwelt am Glauberg“ auf den Weg gebracht. Diese besteht aus einem 30 ha großen, öffentlich zugänglichen archäologischen Park und dem im Mai diesen Jahres eröffneten, bereits preisgekrönten Museumsgebäude sowie einem Forschungszentrum.

Am nächsten Morgen ging es unter sachkundiger Führung von Offenburgs früherem Denkmalschützer Heinrich Meyer und der Kunsthistorikerin Constanze Albecker-Gänser in das unterirdische Offenburg. In 1½ Stunden werden besonders ausgewählte historische Keller besucht, darunter das 15 Meter unter dem heutigen Hofniveau des Anwesens Glaserstraße 8 liegende Judenbad.

Danach ging es auf den Spuren der Römer nach Straßburg, wo Gertrud Kuhnle vom staatlichen Institut für präventive archäologische Forschung (INRAP) den Interessierten die Relikte der Römer in der Altstadt zeigte. Der Nachmittag in Straßburg endete mit einem Besuch der derzeitigen Sonderausstellung im Archäologischen Museum der Stadt, wo die neuesten Erkenntnisse über Topografie und Entwicklung des Straßburger Legionslagers präsentiert werden. Nach einem erlebnisreichen Wochenende endet die Jahrestagung am Abend in Offenburg