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Förderkreis Archäologie in Baden e.V.

Was ist - was will - was tut er? Brauchen wir ihn?

Am 6. April 1968 wurde in Freiburg der »Förderkreis für die ur- und frühgeschichtliche Forschung in Baden« – so der ursprüngliche Name – ins Leben gerufen. Vertreter der Archäologischen Denkmalpflege Freiburg und Karlsruhe sowie der teilweise auch mit Landesarchäologie befassten Freiburger Universitätsinstitute hatten sich mit kulturpolitisch engagierten und an der Thematik interessierten Bürgern zusammengetan, um mit dieser Gründung eine spürbare Lücke zu schließen. Zwar gab es zahlreiche, regional orientierte Geschichtsvereine, die in irgendeiner Weise Grabungsergebnisse und Funde registrierten und darüber auch in ihren Zeitschriften berichteten. Es fehlte aber eine Vereinigung, die das ganze Land im Blickfeld behielt und dabei ausschließlich der Archäologie verpflichtet war : eine Interessenvertretung nach außen, ein Forum für die Meinungsbildung in der Öffentlichkeit, eine Stimme, die sich auch bei »lautstarken« Auseinandersetzungen Gehör verschaffen konnte. Zweierlei war dafür notwendig : schnelles Erreichen einer beeindruckenden Zahl von Mitgliedern und eine eigene Zeitschrift, die bei einem größeren Leserkreis Interesse wecken und regelmäßig seriöse Informationen über die Ergebnisse archäologischer Arbeit im Lande bieten sollte.

Die Mitgliederzahl liegt heute bei etwa 1500, womit der 1994 in »Förderkreis Archäologie in Baden« umbenannte Verein zu den größten historisch ausgerichteten Vereinen Südwestdeutschlands zählt. Von den seit Herbst 1968 herausgegebenen »Archäologischen Nachrichten aus Baden« erscheinen in der Regel zwei Hefte pro Jahr. Zum fünfundzwanzigjährigen Jubiläum wurde Heft 50 als eine Art Handbuch konzipiert („Zeitspuren. Archäologisches aus Baden“), das mit kurzen Texten, übersichtlichen Zeittabellen und hervorragender Bebilderung bis heute die beste Vorstellung von den »Schätzen des Landes« vermittelt, die der Boden für uns bewahrt hat.

Unsere Ziele

Nicht zuletzt hat diese erfolgreiche Zeitschrift, die außerdem an über 700 wissenschaftliche Tauschpartner in allen europäischen Ländern geht, ganz wesentlich dazu beigetragen, dass einiges von dem erreicht werden konnte, wofür der Verein steht und was er sich zum Ziel gesetzt hat, vor allem

  • das »Klima« zu verbessern, in dem die Archäologie, besonders die mit Rettungsgrabungen überlastete Denkmalpflege arbeiten muss
  • eine Vorstellung vom Wert der archäologischen Arbeit zu vermitteln, bei der es um die Zeugnisse eigener Geschichte und Kulturgeschichte geht: um den Schutz der noch vorhandenen Kulturdenkmale vor gedankenloser Zerstörung, bei Ausgrabungen um genaue Dokumentation des Befunds, sorgfältige Bergung und Restaurierung der Funde, schließlich wissenschaftliche Einordnung und Deutung (Veröffentlichungen) und nicht zuletzt die museale Präsentation
  • dauerhaftes Interesse an der Archäologie zu wecken und dadurch freiwillige Helfer, ehrenamtliche Mitarbeiter zu gewinnen, deren »Augen, Ohren und Hände« für die Denkmalpflege unverzichtbar sind (Beobachtung von Bodenaufschlüssen, Fundbergungen), die aber auch in den Museen wertvolle Hilfe leisten können
  • dabei diesen ehrenamtlich Tätigen die Sicherheit zu geben, dass sie sich für eine lohnende Aufgabe einsetzen, nicht nur ein persönliches »Hobby« betreiben.

Neben der Herausgabe der eigenen Zeitschrift und finanziellen Fördermaßnahmen für die archäologische Arbeit im Lande beliefert der Förderkreis seine Mitglieder auch mit dem Jahrbuch der Denkmalpflege, den »Archäologischen Ausgrabungen in Baden-Württemberg«. Weiter bietet er Führungen und Exkursionen an, organisiert Vortragsveranstaltungen und wendet sich jedes Jahr mit seiner Mitgliederversammlung in einer anderen Region an die Öffentlichkeit. In Freiburg, Karlsruhe und Mannheim bestehen zudem örtliche Gruppen, die für dort wohnende Mitglieder zusätzliche Angebote bereit halten.

Unterstützung immer wichtiger

Die Entwicklung der letzten Jahre hat gezeigt, dass die Unterstützung der Landesarchäologie durch den Förderkreis immer wichtiger wird. Es geht dabei in erster Linie darum, dem Erosionsprozess im kulturellen Leben, der vor der Archäologie keinesfalls Halt macht, immer wieder entgegenzutreten. Wenn der Rotstift ausgerechnet dort ansetzt, wo Verluste an archäologischer Substanz in kaum vorstellbarem Umfang drohen, lässt sich später nichts mehr gutmachen. Mit dem was zerstört wird verlieren wir die Frühzeit unserer Geschichte, letztlich die Vorstellung von der Welt, aus der wir kommen, in mancher Hinsicht die Grundlagen, auf denen bis heute unser Leben und Denken beruht. Unkenntnis oder Gleichgültigkeit könnten im Ergebnis den Verzicht auf wesentliche Teile unseres kulturellen Erbes bedeuten. Auch dafür, dies zu verhindern, steht der Förderkreis. Er wird deshalb mehr denn je gebraucht – und braucht dazu Ihre Mitgliedschaft, Ihre »Zuwendung«, und wenn Sie wollen noch mehr : Ihr persönliches Engagement.

Unterstützen Sie die Landesarchäologie in Baden - werden Sie Mitglied im Förderkreis Archäologie in Baden e.V.