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Familienaktion im ALM: Gräber, Grüfte, Kreuze und Rosenkränze

31. Oktober 2017
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Was liegt näher als sich am Reformationstag mit Glaubensvorstellungen der Vergangenheit auseinander zu setzen? Bestattungen mit Beigaben sind seit der Frühzeit des Menschen ein Hinweis auf Vorstellungen von einem Leben nach dem Tod. Anders als in dem Vielgötterhimmel der Griechen und Römer, sind konkrete Gottheiten in der von der Natur bestimmten Umwelt des vorgeschichtlichen Menschen nur selten nachzuweisen. Von einem Ahnenkult zeugen dagegen die Wandmalereinen mit Frauenfiguren aus den steinzeitlichen Pfahlbauten des Bodensees. Der Übergang von einer Naturreligion zum Christentum lässt sich in den Gräbern der Alamannen mit ihren zahlreichen Beigaben und den speziell für die Beerdigung angefertigten Goldblattkreuzen gut nachvollziehen. Christliche Heilszeichen als Nachweis bei der Auferstehung für ein gottgefälliges Leben finden sich aber immer wieder. Denn selbst in der Barockzeit gelangten immer wieder Kreuze, Pilgerabzeichen und Rosenkränze in die Gräber. Bei unserem Gang durch die Ausstellung spüren vielfältigen, häufig versteckten Hinweisen auf Jenseits- und Glaubensvorstellungen nach. Es gibt viele Fragen zu klären: Was bedeutet die Beigabe eines Steinbeils und warum finden wir so häufig Schmuck? Ist es eigentlich verwunderlich, dass die ersten Ahnenreihen sich auf weibliche Vorfahren beziehen, wenn man bedenkt, dass früher nur die Mutter eindeutig zu bestimmen war? Oder warum sind die Goldblattkreuze eigentlich so schlampig hergestellt? Wahrscheinlich werden wir nicht alles beantworten können, sicher aber ist, dass jeder am Ende selbst ein Goldblattkreuz herstellen kann. Und, wenn man ein bisschen sorgfältiger als die Alamannen arbeitet, kann man es vielleicht als Schmuck tragen.


Mitmachen können Erwachsene und Kinder ab 8 Jahren.
Dauer der Aktion: 2 Std.
Für Betreuung und Materialkosten fallen pro Teilnehmer 5,00 € (Kinder)/8,-€ (Erwachsene) an.
Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl von 15 Personen ist eine vorher bestätigte Anmeldung bis zum 25.10.2017 (Mi) unter 07531- 9804-0 oder info(at)konstanz.alm-bw.de erforderlich.

Infos:

Start
31. Oktober 2017
15.00 Uhr
Ende
17.00 Uhr
Ort
Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Benediktinerplatz 5, 78467 Konstanz